Viele Trader suchen ihr Leben lang nach den besten Einstiegen- die Literatur ist daher voll davon. Für gute Ausstiege gibt es dagegen wenige wirklich überzeugende Konzepte.

Meine Tests mit Intraday-Systemen auf Futures zeigen, dass alle gängigen Ausstiege wie Stop-Loss, Trailing-Stop, Kursziel usw. zu Lasten der erreichbaren Gewinne gehen (siehe TRADERS' Artikel "Ausstiege finden- Teil 1 und 2"). Obwohl die Tests auf Futures sicherlich nicht exakt auf Aktien und längere Zeiträume übertragbar sind, geben sie trotzdem einen Hinweis, dass es sich ähnlich verhalten könnte.

Clenow benutzt in seinem Buch fast nebenbei ein Konzept, dem meiner Meinung nach bisher zu wenig Beachtung geschenkt wird. Dieses Konzept ist übrigens nicht neu, sondern der US-Trader und Autor Charles D. Kirpatrick (Buch: "Beat the market") hat schon Jahrzehnte vor Clenow diesen "Ereignis basierten Ausstieg" angewandt.

Schauen wir uns die Ein- und Ausstiege an einem konkreten Beispiel an (Abbildung). 

  

Oben: Aktie "Whitehaven Coal" mit Einstieg und Ausstieg. Der Ausstieg wird wie der Einstieg über den Vergleich der Aktie mit allen anderen Aktien des Universums gesteuert. Unten: Verlauf des Urban-Stocks-Indikators, der für die Ermittlung der jeweiligen Position der Aktie verantwortlich ist. 

 

Der Einstieg erfolgt, nachdem die Stufe 1 für das betrachtete Universum grünes Licht gegeben hat, durch Vergleich aller Wertpapiere in einer Liste, die nach Stärke und Qualität ihrer Anstiege sortiert sind. 

Aber wie sehen nun unsere Ausstiege aus?

Zum einen verwenden wir, quasi als Not-Stop, den 100-Tage-Durchschnitt (grüne Linie). Sobald der Kurs auf Wochenbasis (an einem vorher definierten festen Wochentag) unter dieser grünen Linie schliesst, stellen wir unsere Position glatt. Dieser Ausstieg oder irgend ein anderer Stop-Loss, z.B. ein 10%-Stop usw., sollte jedem Trader bekannt sein.

Kommen wir daher zum zweiten Ausstiegskriterium, das sehr viel spannender ist (siehe Abbildung). Wir schauen jede Woche, auf welchem Platz in der Liste der sortierten Aktien sich unser Papier gerade befindet. Die grünen Zahlen über dem Kurs zeigen Woche für Woche die aktuelle Platzierung unserer Aktie im Vergleich zu den anderen etwa 2100 Papieren unseres betrachteten Anlage-Universums. Sie sehen, dass die Aktie in der Rangliste immer weiter zurückfällt, sobald sie seitwärts tendiert, da der Urban-Stocks-Indikator in solchen Seitwärtsphasen fällt. Sobald unsere Aktie aus den besten 20% des gesamten Kataloges fällt (Platz 426 von 2100) wird sie verkauft. 

 

Das Gewinn bringende an diesem Ausstieg ist, dass er (Ereignis basiert!) wie der Einstieg funktioniert.

 

Während es beim Einstieg um relative Stärke der Aktie im Vergleich zu seinen Mitstreitern geht, ist es die relative Schwäche im Vergleich zu den anderen, die zum Ausstieg führt. Damit gelingt öfters ein Ausstieg in einer Seitwärtsphase, ohne seinen zuvor erzielten Gewinn wieder abzugeben.

  

 

Chart: TAI-PAN von Lenz + Partner

Über Urban Stocks

Ein klassischer Top-Down Ansatz zur Erzielung stetiger Kursgewinne durch systematisches Positionstrading.

Die Stiftungen der Eliteuniversitäten Harvard und Yale erzielen seit den 70er Jahren regelmässig zweistellige Renditen mit kaum nennenswerten Kursrückgängen. Der US-Fondsmanager und Autor Meb Faber hat diese Methode analysiert und seine wichtigsten Regeln zusammengefasst. Seine Methode der Marktauswahl ("Wähle immer die schnellsten und sichersten Schiffe") in Kombination mit dem kompletten Handelssystem des Fondsmanagers Andreas Clenow für die Aktienmärkte bieten Ihnen einen erprobten und profitablen Ansatz, den wir selbst im realen Handel anwenden.