Ausgangspunkt:

Wir haben mittlerweile extrem hohe Bewertungen an vielen Aktienmärkten weltweit.

Die folgende Abbildung zeigt als Beispiel die Bewertung des US-Marktes. Dargestellt ist das sog. Shiller-Cape-Ratio, das vereinfacht ausgedrückt das durchschnittliche, inflationsbereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis des Aktienmarktes ausdrückt:

 

Bereinigtes Kurs-Gewinn-Verhältnis der S&P 500 Werte, jeweils 10-Jahres Durchschnitt Shiller-CAPE Ratio. (Meb Faber*)

 

Aktuell (Stand 5. November 2017) beträgt das bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der S&P 500 Werte 31,4. Dieser Wert wurde in der Geschichte des US-Marktes nur vor den grossen Crashes 1929 und 2000 übertroffen (siehe Abbildung). Zur Orientierung für ein vernünftiges Maß dient die schwarze Linie bei einem KGV von 20, das knapp über dem langjährigen Durchschnitt liegt (16,8).

 

Wie wird das Shiller Cape Ratio der obigen Abbildung berechnet?

1. Basis sind die Jahresgewinne der Aktien des S&P500, jeweils gemittelt über 10 Jahre.

2. Die Jahresgewinne werden mit Hilfe des Konsumentenpreis-Indexes (CPI) um die Inflation bereinigt und an den heutigen Dollar-Kurs angeglichen. Diese Zahl der preisbereinigten Gewinne nennen wir "E10". 

3. Das CAPE Ratio erhält man damit aus dem Verhältnis (Indexstand des S&P500)/ E10.

Die so ermittelte Zahl entspricht dem durchschnittlichen, inflationsbereinigten Kurs-Gewinn-Verhältnis des Gesamtmarktes.

 

Folgerungen:

Zunächst einmal sollte man festhalten, dass nur aufgrund hoher Bewertungen an verschiedenen Aktienmärkten und insbesondere des US-Aktienmarktes es nicht zwangsläufig zu einem baldigen Bärenmarkt kommen muss. Der entscheidende Punkt ist aber, dass Märkte und Aktien mit höheren Bewertungen historisch betrachtet in Krisen zu höheren Rückgängen neigen als niedrig bewertete Märkte und Aktien.

 

Anders ausgedrückt:

Märkte und Aktien mit niedrigen Bewertungen dämpfen das Rückschlagsrisiko Ihres Portfolios.

 

Zu diesem Thema gibt es zahlreiche Untersuchungen, unter anderem auch von Meb Faber.

In folgender Abhandlung zeigt er, wie fundamental niedriger bewertete Aktien mögliche Rückschläge besser abfedern als höher bewertete Aktien:

Meb Faber: Zusammenhang zwischen Aktienbewertung und Stärke möglicher Kursrückgänge*

 

Die folgende Abbildung aus dieser Arbeit veranschaulicht den wesentlichen Punkt:

  Cape als Risikobremse

Niedrige Bewertungen dämpfen das Rückschlagsrisiko. Aktien mit hohen Bewertungen sind volatiler und neigen zu stärkeren Verlusten. (Quelle: Meb Faber*)

 

Fazit:

Das Shiller-Cape Ratio und die Bewertung von Aktien dürfen keinesfalls isoliert betrachtet werden. Wichtigste Prinzipien sind der Trend des Gesamtmarktes und der Trend der einzelnen Aktien, wie sie hier auf der Webseite in den Kriterien der Top-Down-Selektion der Stufe 1 (Faber) und Stufe 2 (Clenow) dargestellt sind.

 

Als Faustregel gilt dabei folgendes: 

Beste Zeit am Markt: Aufwärtstrend und günstiger Markt

Schechteste Zeit am Markt: Abwärtstrend und teurer Markt

 

Aktuell (Anfang November 2017) befinden wir uns weltweit in den meisten Aktienmärkten in Aufwärtstrends, wobei viele Märkte in letzter Zeit teurer geworden sind. Wir müssen deshalb aber an unserer jahrzehntelang bewährten Methodik nichts verändern.

Das CAPE-Ratio von Märkten und ein niedriges KGV einzelner Aktien dient vor allem dazu, mögliche Kursrückgänge und Schwankungen zu verringern.

 

Weiterführende Studien und Links

Dieser Blog-Beitrag aus der Zeit diskutiert die aktuellen Bewertungen unter makro-ökonomischen Gesichtspunkten.

 

In den folgenden Links finden Sie weiterführende Beiträge zum Thema CAPE ratio in englischer Sprache.

Funktioniert CAPE auch für einzelne Aktien? (Ja)

 

Funktioniert das Investieren in niedrige CAPEs? (Ja)

 

Wie lange dauert es, eine Überbewertung abzubauen? (2-4 Jahre)

-

Timing und CAPE (langfristiger Test seit 1900)

 

Kombination fundamentaler und technischer Kriterien zum Timing der Aktienmärkte. Studie von 1940 bis heute.

 

Kann man CAPE auch zur Sektor-Rotation verwenden? (Ja)

 

Korreliert CAPE mit Sentiment? (Ja)

 

Spielen Berechnungskriterien eine entscheidende Rolle? (Nicht wirklich)

 

Ein Blick auf die Finanzkrise 2008 mit CAPE.

 

Spielt der Zeitraum des CAPE eine Rolle? Z.B. 1,3,5,7,10 Jahre? (Nicht wirklich)

 

Führt der Kauf von teureren Märkten zu höheren Verlusten? (Ja)

 

Korrelieren die besten und schlechtesten Zeiten zum Investieren mit fundamentaler Bewertung? (Ja)

 

Warum investieren mit CAPE in Russland schwierig ist.

 

Was funktioniert besser? Gewinne oder Dividenden?

 

Führen Gewinne und Dividenden zum gleichen Ergebnis? (Ja)

 

CAPE und Bollinger-Bänder.

 

Das grösste Problem von Buy and Hold

 

Hat das CAPE ratio 2013 nach Ländern funktioniert? (Ja)

 

Spielt es eine Rolle, welche Bewertungskennzahlen Sie verwenden? (Nicht wirklich)

 

US- und Japan-Blase im Vergleich

 

Bewertungen der Aktienmärkte 1979-2013

 

Braucht CAPE eine Inflationsanpassung? (Vielleicht)

 

Korreliert CAPE mit Rückgängen? (Ja)

 

Fun-Interview mit Cliff Asness über CAPE

 

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 *Mit freundlicher Genehmigung von:

Mebane T. Faber Cambria Investment Management, LP 2321 Rosecrans Ave., Suite 3225 El Segundo, CA 90245 310-683-5500

www.cambriainvestments.com

Copyright Mebane Faber Research 2013

 

Über Urban Stocks

Ein klassischer Top-Down Ansatz zur Erzielung stetiger Kursgewinne durch systematisches Positionstrading.

Die Stiftungen der Eliteuniversitäten Harvard und Yale erzielen seit den 70er Jahren regelmässig zweistellige Renditen mit kaum nennenswerten Kursrückgängen. Der US-Fondsmanager und Autor Meb Faber hat diese Methode analysiert und seine wichtigsten Regeln zusammengefasst. Seine Methode der Marktauswahl ("Wähle immer die schnellsten und sichersten Schiffe") in Kombination mit dem kompletten Handelssystem des Fondsmanagers Andreas Clenow für die Aktienmärkte bieten Ihnen einen erprobten und profitablen Ansatz, den wir selbst im realen Handel anwenden.